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Wer kennt das nicht? Die Idee ist gut, aber der Chef mauert, die Kollegen intrigieren. Und keiner hat den Mut, etwas wirklich Neues zu machen.
Natürlich sagt keiner einfach "Nein", stattdessen werden Killerphrasen und Totschlagargumente hervorgekramt "Können Sie das noch mal genau durchkalkulieren?" Gegen so was ist man wehrlos. Denn derjenige mit den neuen Ideen, ist immer auch der, der den Beweis erbringen muss, dass die neue Idee, das neue Produkt, die veränderte Organisation auch tatsächlich funktionieren wird. Aber wer kann das schon jemals beeiden?
Deshalb sind Phrasen wie "Wenn das ginge, hätten andere es schon längst gemacht" oder "Technisch nicht machbar" nicht nur für den Einzelnen frustrierend, sondern auch gesamtwirtschaftlich schädlich. Denn von Innovationen lebt die deutsche Wirtschaft.

Auszüge aus dem Buch...


Abnehmen
Das nimmt Ihnen bei uns keiner ab, unser
Immunsystem gegen Veränderungen ist voll
intakt.

Bestimmen
Was hier wichtig ist, bestimme immer noch ich.

Computer
Überlassen Sie das Kalkulieren dem Computer, er ist verlässlicher und vor allem schneller.

Denkmal
Für die Produktionsanlage können Sie gleich den Denkmalschutz mit beantragen.

Einklang
Das steht nicht im Einklang mit unseren Erfahrungen (...Prinzipien,...Konzepten, usw.).

Schimpfworte


Von den vielen Killerphrasen mögen diese wenigen Beispiele genügen. Aber das Buch lässt Sie nicht allein. Deshalb sei hier einAusschnitt aus dem Kapitel „Schimpfworte“ beigefügt.
Natürlich haben sich Forscher und Innovatoren längst ein Vokabular geschaffen, mit dem sie unter sich oder aber offen zum Gegenangriff übergehen. So kennt sicher jeder den Begriff “Betonkopf” für Menschen, die stur an ihrer Meinung festhalten, selbst wenn die besten Argumente eine Änderung nahe legen. Es gibt eine ganze Reihe von solchen Killerbegriffen, die Karriere gemacht haben. Meist stehen persönliche Motive oder Vorteile der „Gegner“ hinter einer solchen Haltung, aber hier soll keine Motivforschung getrieben werden. Es geht uns schlicht darum, ein paar Begriffe zusammenzustellen, mit denen Sie sich innerlich Luft schaffen oder aber zum Angriff übergehen können. In diesem Sinne folgt eine Zusammenstellung von Begriffen, die die Innovations-Community gebildet hat und ein paar Handreichungen:

Ablenker
Abwehrspezialist
Allroundablenker
Änderungsallergiker
Beweiszweifler
Bremser (bremst auch für Ideen)
Cash-cow-boy
Cashprophet
Daniel Düsentrieb (weiß schneller alles besser)
DINK (double income, no knowledge)
Einfallskiller
Erfolgsmeider
Egonauaten (haben es schon immer gewußt, gedacht, usw.)
Extremzweifler
Fehlersucher
Flachsurfer
Fürst Meckernich
Grossmuffler
Heiligsprecher (was er sagt ist Dogma)
Innovationsallergiker
Innovationskiller
Jugend-forschtler

Kalulationsfetischist
Kleinhirnler (einer, der nur aus dem Bauch entscheidet)
Kompetenzdarsteller
Kostendroher
Kundenkenner
Laberheld
Lastenstöhner
Machtwort-Ergreifer
Markenverteidiger
Maulheld
Maulwurf
Mundwerker
Nachfragekenner
Neophobist
Normbewahrer
Oberzweifler
Passivposten
Praktologe (weiss doch, wie es in der Praxis zugeht)
Potenzialverschätzer
Projektdackel (passt auf alles auf)
Qualitätsmahner
Richtlinienmahner
Risikofaktor-Multiplizierer
Schraubennachzieher
Schreibtischpraktiker
Seifenbläser
Senkrechtbremser
Shareholder-Valley-Missionar
Sphinx-Spieler
Störfaktorsucher
Systemerhalter
Traumwarner
Unternehmensleitlinien-Bewahrer
Vermarkrungszweifler
Verlustprophet
Vollblutverneiner
Weiterleitungsakrobat
Wirtschaftlichkeitskassandra
X für U-Macher
Zahlengläubiger
Zahnfleischfühler
Zauderkünstler

Berühmte Prognose-Irrtümer


Zu diesem Abschnitt gibt es nicht viel zu sagen. Die Beispiele sprechen für sich selbst. Es handelt sich nur um eine Auswahl, so manches Beispiel wird noch ans Tageslicht kommen. Erfreuen Sie sich zunächst an den folgenden:

„Was? Sie lassen ein Schiff gegen den Wind segeln, indem Sie unter Deck ein Feuer machen? Ich habe keine Zeit, mir solch einen Unsinn anzuhören!"
(Napoleon I. von Frankreich über Robert Fultons Dampfmaschine)

Nach einem Vortrag in der Royal Society, in dem Michael Faraday seine Erkenntnisse über die Elektrizität allgemeinverständlich vorgestellt hatte, fragte 1831 der junge vielversprechende Abgeordnete William Gladstone: „And what is that good for?" Faraday antwortete: „Some day you will be able to tax it, Sir!"

„Die schnelle Bewegung muß bei den Reisenden unfehlbar eine Gehirnkrankheit, eine besondere Art des Delirium furiosum erzeugen. Wollen aber dennoch Reisende dieser gräßlichen Gefahr trotzen, so muß der Staat wenigstens die Zuschauer schützen, denn sonst verfallen diese beim Anblick des schnell dahinfahrenden Dampfwagens genau derselben Gehirnkrankheit. Es ist daher notwendig, die Bahnstrecke auf beiden Seiten mit einem hohen, dichten Bretterzaun einzufassen."
(Gutachten des bayerischen Obermedizinalkollegiums zur Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth im Jahre 1835)

Der Besuch akademischer Vorlesungen durch Damen muß als eine mißliche und störende Erscheinung bezeichnet werden."
(Der Engere Senat der Universität Heidelberg, 29.07.1870)

„Welchen Nutzen hätte die Firma von einem elektrischen Spielzeug?"
(Western Union weist die Rechte an Alexander Graham Beils Telephon zurück, 1878.)

„Flugmaschinen, die schwerer sind als die Luft, sind eine Unmöglich-
keit."
(Lord Kelvin, Präsident der Riyal Society, 1895)

“It seems probable that most of the grand underlying principles have been firmly established and that further advances will be in the application of thse principles”
(Albert A. Michelson bestimmte die Lichtgeschwindigkeit, Nobelpreis 1907)

„Keine Maschine kann einen zuverlässigen und redlichen Schreiber ersetzen."
(Der Präsident der Remington Arms Company bei der Ablehnung der Patentrechte für die Schreibmaschine, 1897)

„Alles, was erfunden werden konnte, wurde gefunden."
(Charles Duell, Leiter des US-Patent Office, 1899)

„In fünf Jahren wird keiner mehr vom Auto reden, ich setze auf's Pferd."
(Kaiser Wilhelm II. zur Erfindung des Automobils)

„... das Auto ist nur eine Modetorheit."
(Der Präsident der Michigan Saving Bank, der einen Kollegen davor warnt, in die Ford Motor Company zu investieren.)

Menschen werden niemals fliegen, denn fliegen ist den Engeln vorbehalten.
(Milton Wright, Vater der Gebrüder Wright, 1903)

„Ihr könnt jede Farbe haben, die ihr wollt Leute, wenn es nur Schwarz ist."
(Henry Ford, Gründer der Ford Motor Company)

„Lieber Herr Kollege, lassen Sie doch die Vorstellung mit den großen Molekülen, organische Moleküle mit einem Molekulargewicht über 5.000 gibt es nicht. Reinigen Sie Ihre Produkte, wie z. B. den Kautschuk, dann werden diese kristallisieren und sich als niedermolekulare Stoffe erweisen."
(Heinrich O. Wieland (Nobelpreis 1927) zu Hermann Staudinger, der 1953 für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie den Nobelpreis erhielt.)

„Es ist sehr unwahrscheinlich, daß der Mensch jemals die Atomenergie wird nutzen können."
(Robert Millikan, Physiker und Nobelpreisträger, 1923)

„Ich glaube, der Weltmarkt hat Raum für fünf Computer, nicht mehr."
(Thomas J. Watson, Vorstandsvorsitzender von IBM, 1943)

„Ich wünschte, die Amerikaner würden endlich aufhören, von dem Hirngespinst interkontinentaler Raketen zu reden."
(Vannevar Bush, Director of the Office of Scientific Research and Development in den USA)

„Das Fernsehen wird sich auf keinem Markt, den es erobert, länger als sechs Monate halten können. Die Leute werden es bald leid sein, jeden Abend auf einen Sperrholzkasten zu starren."
(Daryl F. Zanuck, Direktor der 20th Century Fox, 1946)

„Trotz aller Fortschritte wird es der Mensch nie dahinbringen, den Mond zu erreichen."
(Lee de Forest, Erfinder der Kathodenröhre, 1957)

„Wir haben 60 Jahre ohne das Fernsehen gelebt, und die olympischen Spiele werden weitere 60 Jahre ohne Fernsehen auskommen."
(IOC-Präsident Acery Brundage, 1960)

„Es gibt keinen Grund, weshalb ein Mensch einen Computer zu Hause haben sollte."
(Ken Olsen, Präsident von Digital Equipment, 1977)

640 KB sollten für jeden genug Speicherkapazität im Computer sein.
(Bill Gates)